Skip to main content

Die „Lebenslinie“: eine Visualisierungstechnik

Von: Dipl. Psych. Martin Schwan | 04.11.2014

Die „Lebenslinie": Visualisierungstechnik für die therapeutische Praxis

Eine Evaluation auf der Basis einer qualitativen Untersuchung mit chronischen Schmerzpatienten (2014)

Zusammenfassung:
Die „Lebenslinie" wird vorgestellt und über ihren kunsttherapeutischen Ursprungskontext für die allgemeine psychotherapeutische Praxis empfohlen. Der Artikel richtet sich schulenübergreifend an Psychotherapeuten in Praxis und Ausbildung. Basierend auf einer qualitativen Forschungsarbeit, die sich mit der Herstellung von Kohärenz und Kontinuität bei chronischen Schmerzpatienten befasste, werden Optimierungsmöglichkeiten eines wechselseitigen Zusammenspiels sprachlicher und zeichnerischer Lebenssymbolisation im Hinblick auf subjektiven Erkenntniszuwachs diskutiert. Exemplarisch werden zwei Lebenslinien unter gestalttheoretischer Perspektive vorgestellt. Eine optimale Anwendung soll durch ein theoretisches Modell erleichtert werden, das zwischen einer Verwendungsweise als Abbild oder Symbol einschließlich der praktischen Konsequenzen unterscheidet. Der Artikel schließt mit Erfahrungen im Umgang mit der Lebenslinie aus der Praxis des Autors in der Sigma-Tagesklinik. Es werden konkrete Anwendungsmöglichkeiten im Rahmen einer biografischen Anamnese angeregt.

___________________________________

1.     "Wie würde Ihr Leben als Linie aussehen?"

Diese Frage richtete sich an chronische Schmerzpatienten einer Reha-Klinik, die vor dem Hintergrund ihrer Erkrankung schwere biografische Brüche erlitten hatten. Es interessierte, wie die Teilnehmer diese Brüche grafisch darstellen würden und unter welchen Bedingungen sie selbst durch diese Aufgabenstellung zu neuen Sichtweisen angeregt würden. Es interessierte weiter das Verhältnis zwischen sprachlichem und bildhaftem Ausdruck. Wäre es möglich, zwischen diesen beiden Ausdrucksformen ein konstruktives Wechselspiel anzuregen und auf diesem Wege neue Erkenntnisse zu schaffen? Sollte dies bereits mit einer derartig einfachen und ökonomischen Anwendungsform wie der Lebenslinie zum Erfolg fuhren, wäre damit auch über die kunsttherapeutische Praxis hinaus eine attraktive therapeutische Technik gewonnen. Bei der „Lebenslinie" handelt es sich um eine Visualisierungstechnik, die in Forschung, Therapie, Beratung und Supervision in verschiedenen Spielarten zum Einsatz kommt. In der quantitativen Forschung diente sie als Technik, die subjektive Lebensbewertung zu quantifizieren und der statistischen Auswertung zu erschließen [Back & Bourque, 1970, 1977, 1985; Fidler, Dawson & Gallant, 1992; Takkinen & Ruoppila, 2001]. In der qualitativen und insbesondere der narrativen Forschung bietet die Lebenslinie die Möglichkeit, das Interviewmaterial von den Untersuchungsteilnehmern selbst strukturieren zu lassen und so einem vergleichenden Blick zu eröffnen [Gergen, 1988; Schroots, 1996]. In der Beratung hat sich die Lebenslinie innerhalb des Qualitative Assessment bewährt, dessen Kriterien sie in besonderer Weise erfüllt [Goldman, 1992; Okocha, 1998].

In Life-Review- und Reminiszenzgruppen fördert die Lebenslinie die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, aber auch der Sterblichkeit und der Nutzung der verbleibenden Lebenszeit [Burnside, 1993; Hessel, 1977].In der Therapie schließlich kommt die Lebenslinie zum Einsatz, um einen Überblick über wichtige Lebensthemen zu gewinnen, um auch dem Patienten eine Metaperspektive anzubieten, um Kontinuitäten und Kontingenzen aufzuzeigen, um Ressourcen, Bewältigungsstrategien und habituelle Muster aufzudecken, um Behandlungsziele aufzustellen und zu messen und um Gefühle auszudrücken und zu integrieren [Martin, 1997; Rhyne, 1973; Schmeer, 1994; Stanton, 1992; Suddaby& Landau, 1998]. Allen vorgestellten Anwendungen ist die grundsätzliche AufgabensteIlung gemein, das eigene Leben in Form einer Linie zu imaginieren und aufzuzeichnen. In aller' Regel werden zwei Achsen vorgegeben: die Zeitachse horizontal und vertikal eine Bewertungsachse (z. B. "positive oder negative Erlebnisse" [Bourque & Back, 1970]). Somit zeigt der Linienverlauf die Biografieentwicklung in der subjektiven Bewertung der Betroffenen, der durch die Vorgabe der Achsen zugleich einem intersubjektiven Vergleich zugänglich gemacht werden kann. Der Leser mag dies an dieser Stelle selbst einmal ausprobieren. Alles, was er hierzu benötigt, ist ein Bleistift, einen Radiergummi, 5-10 Minuten Zeit sowie ein Blatt Papier mit einem Raster nach dem oben beschriebenen Prinzip. Sollte sich der Leser auf dieses kleine Experiment eingelassen haben, so wird er vielleicht festgestellt haben, dass bei der Umsetzung schnell Schwierigkeiten entstehen: "War die Kindheit wirklich positiver zu bewerten als der Eintritt ins Berufsleben? (Oder umgekehrt.) Wonach lässt sich dies überhaupt bemessen? Haben sich die Wertmaßstäbe nicht ohnehin im Laufe der Zeit verändert?" Fragen dieser Art, das zeigten die Ergebnisse, sind bei dieser Aufgabenstellung keine Seltenheit. Es wird damit jedoch keineswegs die Schwierigkeiten dieser konkreten Aufgabe allein sichtbar, sondern elementare testtheoretisehe Fragen der modemen empirischen Psychologie überhaupt. Schließlich verlangt heute jeder Persönlichkeitsfragebogen die quantitative Einordnung auf einer vorgegebenen Skala und damit die Einordnung in ein noch gröberes, gestuftes Antwortraster. Dies entspringt häufig weniger der subjektiven Gewissheit des Probanden als vielmehr der simplen Notwendigkeit, auf eine Frage, die in einer bestimmten Form gestellt wird, auch in der verlangten Form zu antworten. Im Falle der vorliegenden Untersuchung war zu beobachten, dass die AufgabensteIlung trotz dieser grundsätzlichen Schwierigkeiten zu einem dennoch aussagekräftigen Ergebnis gelangte, mit dem sich die Zeichner problemlos identifizieren konnten. Wie ist dies angesichts der geäußerten Zweifel an der Quantifizierbarkeit menschlichen Erlebens zu erklären?

2.     Theoretische Hintergründe

Hier bietet sich aus kunsttherapeutischer Perspektive eine plausible Erklärung an. In dieser Sichtweise besitzt jeder Mensch die natürliche Fähigkeit, Bewusstseinsinhalte bildhaft zu fassen und auszudrücken. Eine gehäufte Verwendung von Metaphern in den sprachlichen Darstellungen der Teilnehmer bestätigte dies. In diesem Sinne lassen sich visuelle Darstellungen weniger als transparente, eindeutig definierte Abbildfunktionen verstehen als vielmehr als mehrdeutige, interpretationsbedürftige Bedeutungsspeicher, u. U. mit Symbolcharakter. Was aber ist aus theoretischer Sicht der Unterschied? Ein Abbild ist zum einen gekennzeichnet durch Abstraktion, zum "anderen durch eindeutige Zuordnung zwischen dem Darstellungsinhalt und seiner Vergegenständlichung [Arnheim, 1972]“. Im Falle der Lebenslinie ist, wie zu zeigen sein wird, lediglich das erste Kriterium vollständig erfüllt. Die Aufgabenstellung, das Leben als Linie aufzuzeichnen, erfordert eine enorme Abstraktionsleistung. Ganze Lebensabschnitte mit vielfältigsten Erfahrungen und Entwicklungsschritten müssen auf eine einzige Linie reduziert werden und das in zweierlei Hinsicht: sie müssen einmal in ihrer zeitlichen Erstreckung stark gerafft und gekürzt werden, zum anderen in ihrer Bewertung verallgemeinert und auf eine Art Mittelwert gebracht werden. Angesichts der Polyvalenz menschlicher Erfahrungen scheint dies eigentlich unmöglich, es sei denn der Zeichner abstrahiert auf ein höheres und sehr allgemeines Bewertungsniveau.

Eine zweite Möglichkeit besteht darin, aus der Vielfalt der Erfahrungen einen einzelnen Entwicklungsstrang wie beruflicher Werdegang, Krankheitsgeschichte, Partnersuche etc. herauszugreifen und relativ isoliert darzustellen. Auf Grund dieser Abstraktionsleistung ist die Lebenslinie also als Abbild der Biografie aufzufassen. Jedoch ist das zweite Kriterium einer eindeutigen Aussage nicht erfüllt. Die Lebenslinie ist in diesem Sinne eher als Symbol aufzufassen, denn Symbole sind vieldeutig und weisen Bedeutungsüberschüsse auf. "Ein Wort oder Bild ist symbolisch, wenn es mehr enthält, als man auf den ersten Blick erkennen kann" [Jung, 1968, S. 55]. Symbole sind demnach Verweise auf etwas Größeres und Umfassenderes als der bloße Augenschein es nahe legt - sie sind in diesem Sinne "mehr als sie selbst" und daher sowohl interpretationsfähig als auch -bedürftig. Dies ist keine feststehende Eigenschaft des Symbols selbst, sondern vor allem eine Frage der Anschauung. Es liegt im "Blick" des Betrachters, welche Bedeutung das Symbol für ihn annimmt, bzw, ob er das Objekt überhaupt als Symbol betrachten will. Die Frage, ob etwas Abbild oder Symbol ist, wird somit zu einer Frage der Perspektive. Symbole erhalten laut Jung zudem eine integrierende Funktion, indem sie jenseits des materiell Greifbaren liegende Phänomene ("das Numinose") mit ganz alltäglichen Formen verknüpfen und so einen Brückenschlag herstellen zwischen der metaphysischen und der physischen Welt. Jedes Objekt kann also zum Symbol werden, sobald der Betrachter nach zusätzlichen Bedeutungen sucht, die über das oberflächlich Sichtbare hinausweisen, sich zugleich aber im Sichtbaren andeuten. Sieht der Zeichner seine Lebenslinie also als mehrdeutig und interpretationsbedürftig an, wird sie zum Symbol. Sieht er sie dagegen als in der Grundaussage eindeutig und daher lediglich erläuterungsbedürftig an, ist sie eher als Abbild zu verstehen. Wie würden sich die Untersuchungsteilnehmer diesbezüglich verhalten? Dies stellte eine weitere allgemeine Forschungsfrage dar.

3.     Ablauf der Untersuchung

In die Untersuchung gingen fünf Patienten mit chronischen Krankheiten ein, die sich 2002, zum Zeitpunkt der Untersuchung, in stationärer Behandlung einer psychosomatischen Rehabilitationsklinik befanden. Innerhalb eines qualitativen Forschungsparadigmas ging es weniger darum, empirisch gesicherte Fakten zu schaffen, als vielmehr darum, eine in der therapeutischen Praxis verwertbare Evaluation der vorgestellten Visualisierungstechnik in einem praxisnahen Forschungssetting zu realisieren. Die Untersuchung gliederte sich in zwei Teile, die an zwei Terminen wahrgenommen wurden. Am ersten Termin erhielten die Teilnehmer zunächst die Aufgabe, sich ihr Leben in Form einer Linie vorzustellen und entlang einer Zeit- und einer Bewertungsachse aufzuzeichnen. Anschließend wurde mit ihnen ein autobiografisches Interview durchgeführt. Am zweiten Termin erhielten sie Rückfragen, die sich aus dem ersten Termin ergeben hatten und die eine Zuordnung zwischen Lebenslinie und Lebenserzählung ermöglichen sollte. Sie erhielten außerdem Gelegenheit, ihre Linien mittels Sprache zu explorieren, zu erläutern oder zu interpretieren. Die Bearbeitung der genannten Fragestellungen wurde anhand der Daten aller fünf Teilnehmer dargelegt, bevor eine vertiefende Auswertung anhand zweier Teilnehmer und auf der Basis der entwickelten Hypothesen stattfand. Dabei hat sich inhaltlich die Kategorie der "Agency" (Ausmaß an Handlungskontrolle in der erzählten Lebensgeschichte) als zentral erwiesen. Sie diente als Schlüsselkategorie im Sinne der Grounded Theory [Strauss, 1994].

4.     Ergebnisse

Vor- und Nachteile der Lebenslinie

Insgesamt hat sich die Lebenslinie als ein perspektiverweiterndes doch zugleich stark erläuterungs-und interpretationsbedürftiges Medium erwiesen, dessen Schlichtheit zugleich als Vor- wie auch als Nachteil angesehen werden kann: der Vorteil besteht darin, dass sie akzentuiert, abstrahiert und so das Wesentliche vom Unwesentlichen trennt und hervorhebt; der Nachteil darin, dass sie diesen Effekt teilweise künstlich erzwingt und somit der Mannigfaltigkeit menschlicher Erfahrungen nicht immer gerecht werden kann.

Dialektik aus Sprache und Bild

Die Erkundung des Verhältnisses zwischen grafischer und verbaler Darstellungsform ergab überraschender Weise Bedeutungsüberschüsse in beide Richtungen. Es zeigte sich, dass die grafische Darstellung vor allem in Bezug auf die Bewertungsachse präziser, d.h. quantitativ eindeutiger festgelegt (und festlegbar) war, während die sprachliche Darstellung komplexere Bewertungsgefüge auszudrücken vermochte. In Bezug auf die Zeitdimension war stellenweise die Erzählung, stellenweise die Lebenslinie präziser, bzw. reicher an Informationen. Sprachliche und grafische Darstellungsweise standen also häufig in einem dialektischen Verhältnis zueinander, da sie teilweise abweichende Informationen enthielten, die Aspekte eines zusammengehörigen Ganzen darstellten. Interessanterweise waren nun nicht etwa die Konvergenzen, sondern die Divergenzen für die Teilnehmer selbst von hohem Erkenntniswert. Sie ermöglichten einen konstruktiven Erkenntnisprozess, in dem Moment, in dem die Teilnehmer die Lebenslinie als einen zusätzlichen Bedeutungsspeicher ansahen, der sich in den Divergenzen andeutete und den es (mittels Sprache) zu erkunden galt. Diese Haltung variierte über die Teilnehmer und Situationen hinweg und schien durch die Art der Fragestellung beeinflussbar, was konkrete Konsequenzen für die therapeutische Praxis hat, wie ich im folgenden Abschnitt darlegen werde.

Wechselnde Referenz

Die Referenz der Lebenslinie war nicht eindeutig spezifizierbar, da sie im Verlauf stellenweise wechselte. Prinzipiell schien jeder Lebensbereich in der Lage, in der Lebenslinie Berücksichtigung zu finden, sobald er einen kritischen Schwellenwert innerhalb der subjektiven Bewertung überschritt. In der Regel bezog sich der Linienverlauf primär auf den beruflichen Werdegang und auf die familiäre Entwicklung. Dies bedeutet, dass dem Zeichner neben der Liniengebung mit der Referenz eine zweite implizite Relevanzsetzung offen steht, die es sich in der Praxis zu erfragen lohnt.

Ringen um Handlungskontrolle

Die vertiefende Auswertung zeigte einen Zusammenhang zwischen dem Ausmaß an wahrgenommener Handlungskontrolle ("Agency") und dem Aufwärtstrend der Linien. Auch für die Krankheitsbewältigung war dies von entscheidender Bedeutung. Die Erzählungen belegen in eindrucksvoller Weise das Ringen um Handlungskontrolle angesichts schwerer krankheitsbedingter Belastungen. Jedoch blieb offen, wie eng dieser Zusammenhang war und ob ein Zuwachs an Agency eher als Ursache oder als Folge sich ändernder Lebensbedingungen anzusehen war.

Metaphern werden generiert

Die Teilnehmer verwendeten zahlreiche Metaphern, die mit dem Linienverlauf korrespondierten. Sie gaben an, dass sie durch die Lebenslinie ausgelöst oder begünstigt wurden. In der therapeutischen Praxis kann auch der Therapeut anhand der Lebenslinie Metaphern generieren und möglicherweise dem Leben damit eine positive Umdeutung verleihen. Die Methode des Reframing kann hier sehr einfach und wirksam sein, da die Liniengestalt tatsächlich verschiedene Interpretationen offen lässt. Denkbar sind hier beispielsweise Umdeutungen von "Zick-zack-Kurs" oder "Achterbahn" in "Herzschlag", "Fluss“, "Gebirgslandschaft" etc.

Die "Gestalt" als Vergleichsdimension

Bei dem Vergleich der beiden Teilnehmer im Anschluss an die vertiefende Auswertung erwies sich die gestalttheoretische Perspektive als zielführend. Sie ermöglichte es, die Einordnung der Erkrankung bzw. des entsprechenden Lebensereignisses in den biografischen Gesamtzusammenhang durch den Erzähler bzw. Zeichner anhand der formalen Vergleichskategorie der "Gestalt" [Rosenthal, 1995] zu beurteilen. Dabei zeigten sich extreme Unterschiede zwischen den beiden Teilnehmern. Dies möchte ich gerne anhand zweier konkreter Beispiele illustrieren:

5.     Zwei Fallbeispiele

Vergleich zwischen Herrn Au und Herrn Bär (Name geändert) anhand der Gestalt der Lebenslinie und der Lebenserzählung: Mit dem krankheitsbedingten biografischen Einschnitt brachten die beiden Teilnehmer eine Gemeinsamkeit in die Untersuchung ein, die sich als inhaltliche Vergleichsdimension geradezu aufdrängte. Der Vergleich wurde unter der spezifischen Fragestellung angestellt, in weIchem Verhältnis der biografische Einschnitt zur Gesamtdarstellung der Biografie stand. Betrachtet man den Unfall von Herrn Au und den Herzinfarkt von Herrn Bär im Verhältnis zur Gesamtgestalt ihrer Lebenserzählung bzw. Lebenslinie, so ergeben sich dabei zwei sehr unterschiedliche Bilder. Während Herr Bär das Ereignis sowohl in Erzählung wie auch innerhalb der Lebenslinie stark hervorhebt, fügt es sich bei Herrn Bär in Erzählung wie in die Lebenslinie mehr oder weniger unauffällig ein. So kontrastiert bei Herrn Au die spitze Darstellung des Unfalls die übrige ebenmäßig-profillose Darstellung, während bei Herrn Bär die Darstellung des Herzinfarktes in Form eines negativen zapfenförrnigen Ausschlages sich kaum hervorhebt, da diese Art der Darstellung mehrfach auftritt. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass bei Herrn Bär die Linie nach dem Negativ-Ausschlag, der den Herzinfarkt symbolisiert, wieder zum Ausgangsniveau zurückkehrt, diesen also, wenn man so will, ungeschehen macht, während bei Herrn Au die Lebenslinie nach dem Unfall einen deutlich veränderten Verlauf nimmt. Die Lebenslinie von Herrn Au lässt sich außerdem in zwei Gestalten aufteilen, von denen die eine durch eine maximale, die andere durch eine minimale zeichnerische Dynamik charakterisiert ist.

Tatsächlich korrespondieren diese Befunde unmittelbar mit den Lebenserzählungen der beiden Untersuchungsteilnehmer. So hat Herr Au, analog zur Zeichnung, den Unfall auch innerhalb der Erzählung stark hervorgehoben, die Unmöglichkeit einer Rückkehr zum ursprünglichen Lebensstandard mehrfach betont und sein Leben insgesamt in zwei Erzähl-Gestalten [Rosenthai, 1995] aufgeteilt. Bei Herrn Bär dagegen fügt sich der Herzinfarkt nahtlos in die Gesamtgestalt seiner Lebenserzählung ein. Hier ist es zu keiner Spaltung in zwei erzählerische Gestalten gekommen. Vielmehr verdankt Herr Bär dem Infarkt sogar einen gewissen Erkenntnisgewinn, wodurch die Rückkehr der Linie zum Ausgangsniveau gerechtfertigt ist. Beide Lebenslinien erwecken insgesamt den Eindruck, als ob ästhetische, zumindest optische Kriterien bei der zeichnerischen Umsetzung eine Rolle gespielt hätten. So fällt auf, dass sich die Linien in die geometrischen Basisformen Gerade, Dreieck und Halbkreis zerlegen lassen. Angesichts der Mannigfaltigkeit menschlicher Erfahrungen ist es höchst unwahrscheinlich, dass dies den ursprünglichen, unmittelbaren Bewertungen entspricht (in der Weise, dass z. B. bei Herrn Au die Zeit zwischen Hochzeit und Arbeitsplatzverlust tatsächlich auf konstantem Bewertungsniveau verlaufen wäre.) Vielmehr liegt auf der Hand, dass der Zeichner hier von vorübergehenden Schwankungen abstrahiert, indem er diese anhand der gravierenderen, maximalen Bewertungsschwankungen relativiert und schließlich innerhalb der zeichnerischen Umsetzung eine Schematisierung und eine Idealisierung vornimmt. Die Idealisierung besteht in einer Annäherung an geometrische Basisformen, die nach ästhetisch-optischen Kriterien erfolgt und die unmittelbare Abbildungsfunktion der Lebenslinie gleichsam überformt.

6.     Diskussion

Abschließend seien die Ergebnisse der Untersuchung in Bezug auf die Konsequenzen für die beiden Haupteinsatzfelder, Forschung und Therapie diskutiert. Zu den zentralen Befunden gehörten zahlreiche Belege dafür, dass die Lebenslinie, so wie sie hier angewandt wurde, nicht als reine Abbildfunktion im Sinne eines mathematischen Diagramms zu verstehen war, sondern Elemente enthielt, die ihr darüber hinaus symbolischen Charakter zuwiesen. Es zeigte sich weiter, dass die Untersuchungsteilnehmer unterschiedliche Haltungen gegenüber der Lebenslinie einzunehmen vermochten ist. Beim ersten Termin verhielten sie sich eher erläuternd, beim zweiten Termin eher interpretierend. Es ist anzunehmen, dass diese unterschiedlichen Haltungen insbesondere auch auf Unterschiede der experimentellen Situation zwischen den beiden Terminen zurückzuführen wären. So lag die Lebenslinie, anders als am ersten Termin, am zweiten Termin offen auf dem Tisch, war also unmittelbarer Gesprächsgegenstand. Weiter regten die Fragestellungen, die sich auf die Bewertungsdimension bezogen, zu bedeutungsgenerierenden Reflexionen und Aussagen an und hatten zur Folge, dass die Teilnehmer angehalten waren, sich gegenüber der Linie eher interpretierend denn erläuternd zu verhalten. Anders die Fragen, die sich auf die Zeitdimension bezogen: diese beruhten eher auf faktisch überprüfbaren Zusammenhängen und ließen für das Antwortverhalten wenig Interpretationsspielräume. Somit fielen die Antworten insgesamt auch eher konstatierend aus, bzw. sie regten zu Belegerzählungen an, die die in der Zeichnung angedeuteten Ereignisse explizierten.

Diese Tendenz zeigt auf, dass die Haltung, die der Zeichner zu seiner Zeichnung einnimmt, durch die Aufgabenstellung und die Fragestellung maßgeblich zu beeinflussen war. Daher ist es für die Verwendung der Lebenslinie von entscheidender Bedeutung, sich im Vorfeld zu entscheiden, an welcher Stelle sie im Kontinuum zwischen Abbild und Symbol zu verorten ist. Als theoretisches Modell einschließlich der praktischen Konsequenzen soll die Tabelle I dienen, die die im Laufe der Arbeit aufgestellten Hypothesen nochmals in einer Übersicht zusammenfasst.

7.     Konsequenzen für die Forschung

Als Ergänzung des klassischen autobiographischen Interviews kann die Lebenslinie erkenntnisstiftende Funktion für den Erzähler wie den Forscher erfüllen. Wie die vorliegende Untersuchung zeigte, strukturiert die Lebenslinie die Lebenserzählung; erleichtert die chronologische Darstellung der Ereignisse; schafft einen Überblick und ermöglicht Globalevaluationen und das Erkunden von Querbezügen und wiederkehrenden Mustern. Auch für den Forscher ist die Lebenslinie eine Hilfe, indem sie beispielsweise die kontextuelle Einordnung einer Sequenz in den Gesamtzusammenhang erleichtert. Sie kann zudem die gezielte Auswahl von TextsteIlen für die Feinanalyse unterstützen, indem sie die Wende-, Hoch- und Tiefpunkte hervorhebt. Durch die partiell abweichende Darstellung kann die Lebenslinie außerdem zusätzliche Informationen liefern, auf die dann im Nachfrageteil gezielt eingegangen werden kann, Auch die Dynamik der Linie kann als Indikator für zusätzliches Erzählpotenzial dienen. Für die Zukunft scheint es also sinnvoll, die Lebenslinie weniger als Interpretationsgegenstand, als vielmehr als Interpretationshilfe zu verwenden. Hierbei ist auch eine Triangulierung denkbar, in dem Sinne, dass die Interpretationen der Lebenserzählung durch die Lebenslinie zu validieren sind.

Tabelle 1: Übersicht der Hypothesen

8.     Konsequenzen für die (Kunst-)Therapie

Für die Kunsttherapie ergeben sich neben den vorgenannten Aspekten die folgenden spezifischen Konsequenzen: Erstens ist eine interpretierende Haltung (sowohl des Zeichners wie des Therapeuten) anzuregen, während eine erläuternde Haltung eher zu vermeiden ist. Fragen, die lediglich zu Erklärungen und Belegen fuhren, wie zum Beispiel: "Warum haben Sie die Lebenslinie an dieser Stelle genau so gemalt?" sind zugunsten solcher Fragen aufzugeben, die die Zeichnung quasi als einen eigenständigen Bedeutungsspeicher ansehen und nach vielfältigen Bedeutungen fragen, wie zum Beispiel: "Was könnte diese Linie noch bedeuten?", "Woran erinnert Sie die Form Ihrer Linie?" etc. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Lebenslinie zunächst als Abbild aufzufassen, um die faktisch überprüfbaren Eckdaten zu erheben, und anschließend, in einem zweiten Schritt, zu einer Anschauung als Symbol überzugehen, die einen subjektiven Erkenntniszuwachs ermöglichen kann. Zweitens findet der hier beschriebene Erkenntnisprozess immer im Wechselspiel zwischen Sprache und Bild statt. Das bedeutet, dass das bildnerische Gestalten ein Element, nicht jedoch den kompletten Erkenntnisakt darstellt. Die sprachliche Reflexion ist ein entscheidender, wenn nicht der entscheidende Teilschritt hiervon. Die volle Bedeutung einer Zeichnung erschließt sich erst in der sprachlichen Reflexion des Zeichners, bzw. im Dialog mit dem Therapeuten.

Eine dritte Konsequenz ergibt sich aus dem Befund, dass ein Zusammenhang bestand zwischen dem Konstrukt der "Agency" und dem Aufwärtstrend der Lebenslinien. Bei der positiven Bewertung bestimmter Lebensabschnitte spielte also das Ausmaß, in dem sich die Teilnehmer als Urheber der Ereignisse wahrnahmen, eine wichtige Rolle. Je mehr dieser subjektive Einfluss durch äußere Einflüsse wie Krankheit und Krankheitsfolgen beeinträchtigt wurde, desto wichtiger schien dieser Aspekt zugleich zu werden. Ein wichtiges Wirkprinzip der Kunsttherapie liegt nun darin, dass der Klient im Moment des kreativen Schaffens ein Höchstmaß an aktiver Gestaltung und damit eine Realisierung der "Agency" erleben kann. Damit verwirklicht der Klient in der Kunsttherapie ein Bedürfnis, das für ihn von hervorgehobener Wichtigkeit ist und für die Krankheitsbewältigung, wie zu zeigen war, funktional sein kann.

9.     Aus der therapeutischen Praxis

In der Sigma- Tagesklinik haben wir innerhalb eines multimodalen Behandlungsansatzes die Möglichkeit, die hier angesprochenen Vorteile sprachgebundener und erlebniszentrierter (gestalterischer) Therapieformen miteinander kombinieren zu können. Voraussetzung ist auch hier die Integration der jeweiligen Aspekte sowohl im Dialog mit dem Patienten als auch im täglichen  Austausch der behandelnden Kollegen. Aufgrund ihres hohen Abstraktionsgrades, ihrer hohen Ökonomie und Schlichtheit eignet sich die Lebenslinie hierzu in besonderer Weise. Sie kann beispielsweise in der Ergotherapie angefertigt und dann vom Patienten in die Einzeltherapie beim Psychologen mitgebracht werden. Auf diese Weise wirkt sie im doppelten Sinne kohärenzstiftend: hinsichtlich der Integration biografischer Ereignisse wie auch hinsichtlich der in den verschiedenen Therapieformen aktivierten Persönlichkeitsanteile. Sie lässt sich technisch vergleichsweise einfach herstellen und enthält doch einen enormen Informations- und Bedeutungsgehalt. Sie ist für Patienten wie für Therapeuten von hohem Erkenntniswert und kann gerade zu Beginn einer Therapie, z.B. im Rahmen einer biografischen Anamnese wichtige (zusätzliche) Informationen über die Chronologie wichtiger Lebensereignisse und deren subjektiver Gewichtung liefern und, gerade bei sozial gehemmten Patienten, den Selbstzugang und die Kontaktaufnahme erleichtern. Zwei weitere Patientengruppen profitieren aus unserer Sicht besonders: solche, deren Berichterstattung ausschweifend und schwer zentrierbar ausfällt oder aber jene, die sich wortkarg und sachlich distanziert präsentieren. Im ersten Fall vermag die Lebenslinie zu strukturieren und zu ordnen, im zweiten Fall eher zu konturieren und zu akzentuieren.

Sie kann ferner über Koinzidenzen, die vorher unsichtbar waren aufklären. Dasselbe gilt für wiederkehrende Erfahrungs- und Verhaltensmuster sowie Bewältigungskompetenzen früherer Lebenskrisen. Hier lässt sich beispielsweise fragen: "Was hat sich wiederholt in ihrem Leben?" und "Was hat Ihnen geholfen, sich aus den wiederkehrenden Tiefpunkten zu befreien?". Dabei kann das grafisch unmittelbar evidente Faktum sichtbar gemacht werden, dass jeder Tiefpunkt auch zugleich einen Wendepunkt darstellt. Die Identifikation und Förderung vorhandener Ressourcen wird hierdurch erleichtert. Die sichtbare Darstellung wiederkehrender belastender Lebensereignisse ist zudem für viele Patienten relevant für die Vermittlung eines subjektiv plausiblen Störungsmodells. Zum Abschluss einer Therapie kann die Lebenslinie die Reorganisation der Lebensgeschichte sichtbar machen.

Sie regt generell zu Globalevaluationen, Metaphern und der Entwicklung von Zukunftsperspektiven an. Die so gewonnenen Einsichten haben eine hohe Identifikationskraft und vermitteln ein Gefühl von Kohärenz, Kontinuität und nicht zuletzt Identität. Die Lebenslinie gewinnt dadurch eine hohe integrierende Funktion. Bei all dem stellt sie minimal geringe Anforderungen an die Zeichenfähigkeit des Patienten, was sie insbesondere für Patienten interessant macht, die gegenüber dem kunsttherapeutischen Angebot eher skeptisch eingestellt sind. Auch der Therapeut bedarf hinsichtlich der Anwendung in der beschriebenen Art und Weise keiner gesonderten kunsttherapeutischen Schulung. Die Lebenslinie eignet sich daher über die Kunsttherapie hinaus für die psychotherapeutische Praxis im Allgemeinen. Dies zu vermitteln war neben der Skizzierung der durchgeführten Studie eines der Hauptanliegen dieses Artikels.

Autor: Dipl. Psych. Martin Schwan, leitender Psychologe Tagesklinik, spezieller Schmerz-Psychotherapeut

Literatur

• Amheim, R. (1972). Anschauliches Denken Köln: DuMont.
• Back, K. & Bourque, L. (1970). Life Graphs: Aging and Cohort. Journal ofGerontology. 25. 249-255.
• Bourque, L. & Back, K. W. (1969). The middle years as seen through the life cycle. Sociological symposium. 1, 19-29.
• Bourque, L. & Back, K. W. (1977). Life Graphs and life events. Journal of Gerontology. 32. 669ff.
• Breuer, F. (Hrsg.). (1996). Qualitative Psychologie. Opladen: Westdeutscher Verlag.
• Bühler, C. (1959). Der menschliche Lebenslauf als psychologisches Problem. Göttingen: Hogrefe.
• Bumside, I. (1993). Themes in reminiscence groups with older women. International Journal of Aging and Human Development. 37 (3),177-189.
• Bury, M. (1982). Chronic Illness as biographical disruption. Sociology of Health and IIIness, 4 (29), 167-182.
• Deppermann, A. (1995). Praxis der Gesprächsanalyse (Forschungsberichte des Psychologischen Instituts). Freiburg: Albert-Ludwig-Universität.
• Fidler, T. (1992).- Empirical evidence for assumptions und erIying time orientation. Perceptual and Motor Skills. 74, 1171-1180.
• Flick, U. (1995). Qualitative Forschung. Theorie. Methoden, Anwendung in Psychologie und Sozialwissenschaften. Reinbeck: Rowohlt.
• Fischer-Rosenthal, W. & Rosenthai, G. (1997). Warum Biografieanalyse und wie man sie macht. Zeitschrift für Sozialisationsforschung und Erziehungssoziologie. 17 (4), 405-27.
• Friedmann, H. & Krakauer, S. (1992). Leaming to draw and interpret standard and time-line genograms. Journal of Fantily Psychology. 6. 77-83.
• Gadamer, Hans-Georg (1975). Wahrheit und Methode: Grundzuge einer philosophischen Hermeneutik. Tübingen: Mohr.
• Gergen, M. (1988). Narrative Structures in social explanation. In C. Antaki (Ed.), Analysing everyday explanation: A casebook of methods. London: Sage Publications.
• Glinka, H. J. (1998). Das narrative Interview: Eine Einführung für Sozialpädagogen. Weinheim: Juventa Verlag.
• Goldman, L. (1992). Qualitative Assessment: an approach for counselors. Journal of Counseling and Development, 70 (5),616-621.
• Hessel, D. (1977). Maggie Kuhn on Aging. Philadelphia: United Press.
• Jung, C. G. (1968). Man and his symbols. Olten: Walter Verlag.
• Kohler Riessmann, C. (1993). Narrative Analysis. 1 ewbury Park, CA: Sage Publications.
• Kemis, M. (Ed.). (1995). Efficacy, agency and self-esteem. New York: Plenum Press.
• Linde, C. (1993). Life stories: The creation of coherence. Oxford: University Press.
• Lakoff, G. & Johnson, M. (1998). Leben in Metaphern. Heidelberg: Carl Auer.
• Lefferts, R. (19981). Elements of Graphics. New York.
• Lucius-Hoene, G. (1995). Nicht krank lind nicht gesund. Identitätskonstruktion und Bewältigung in den autobiografischen Erzählungen Kriegshirnverletzter und ihrer Ehefrauen. Habilitationsschrift, Albert-Ludwig-Universität Freiburg.
• Lucius-Hoene, G. & Deppermann, A. (2002). Rekonstruktion erzählerischer Identität. Ein Arbeitsbuch  Analyse narrativer Interviews. Opladen: Leske + Budrich. '
• Mader, W. (1996). Emotionality and continuity in biographical contexts. In J. Birren (Ed.), Aging and biography: Explorations in adult development. New York: Springer.
• Martin, E. (1997). The symbolic graphic life-line: Intergrating the past and present through graphic imagery. Journal of the American Art Therapy Association, 14 (4), 261-267.
• McAdams, D. P. (1993).The stories we live by: Personal myths and the making of the self New York: William Morrow,
• McAdams, D. P. (Ed.). (200 I). Turns in the road: Narrative studies of lives in transition. Washington: American Psychological Association.
• Meech, C. & Wood, A. (2000). Reconnecting past, present and future lifes. Australian and New Zealand Journal of Family Therapy, 21 (2),102-107.
• Okocha, A. (1998). Using qualitative appraisal strategies in career counseling. Journal of Employment Counseling, 35 (3),151-159.
• Polkinghorne, D. (1991). Narrative and Self-Concept. Journal of narrative and life history, I (2-3), 135-153.
• Polkinghorne, D. (1998). Narrative Psychologie und Geschichtsbewusstsein. In J. Straub (Hrsg.), Erzählung. Identität und historisches Bewusstsein. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
• Rhyne, J. (1973). The gestalt art experience. Chicago, IL: Magnolia Street.
• Rosenthai, G. (1995). Erlebte und erzählte Lebensgeschichte. Frankfurt a. M.: Campus.
• Schmeer, G. (1994). Krisen auf dem Lebensweg. München.
• Schütze, F. (1981). Prozessstrukturen des Lebenslaufes. In J.
• Matthes, A. Pfeiffenberger & M. Stosberg (Hrsg.). Biographie in handlungswissenschaftlicher Perspektive (S. 67-156). Nümberg: Verlag der Nümberger Forschungsvereinigung e.V.
• Schütze, F. (1987). Das narrative Interview in den Interaktionsfeldstudien. Hagen: Fernuniversität.
• Strauss, A. (1994). Grundlagen qualitativer Sozialforschung. München: Wilhelm Fink.
• Stanton, M. D. (1992). The timeline and the "Why now?" question. Journal of Martial and Family Therapy, 18,331-43.
• Suddaby, K. & Landau, J. (1998). Positive and negative time-lines: A technique for restorying. Family Process. 37,287- 298.
• Takkinen, S. & Ruopilla, I. (200 I). Meaning in life as an important component of functioning. International Journal 0/Aging and Human Development, 53 (3), 211-231. Williams, G. (1984). The genesis of chronic illness: narrative re-construction, Sociology 0/ Health and fIIness, 6 (2), 175- 200.
• Wilson, T. (1970). Normative and interpretative paradignis in sociology. In J. D. Douglas (Ed.), Understanding everyday life. London: Rouledge.
• Woodhouse, L. D. (1992). Women with jagged eyes: voices from a culture of substance abusers. Qualitative Health Research, 2 (3), 262-281.